21.02.2015 Feedbacks (Leserbriefe) zum Tageblatt-Bericht zur Frühsexualisierung

 

Referenzen: 

  1. Unser Bericht zum Vortrag

  2. Der Bericht des TAGEBLATT-Redakteurs (Karsten Wisser)
  3. Die Leserbriefe der Teilnehmer an das TAGEBLATT

 

Quelle TAGEBLATT: 2. Bericht des TAGEBLATTs (Karsten Wisser) vom 20.02.2015

LANDKREIS. Kontroverse Diskussion in einigen Bundesländern - Das niedersächsische Kultusministerium widerspricht zentralen AfD-Aussagen.  

Das Thema Sexualpädagogik für Kinder und Jugendliche wird derzeit aufgrund verschiedener gesetzlicher Initiativen in einigen Bundesländern kontrovers diskutiert. Der Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) hatte in der vergangenen Woche einen Stammtisch zu diesem Thema mit dem Titel „Gender-Mainstreaming und Frühsexualisierung“ in Neukloster veranstaltet und sich anschließend über die TAGEBLATT-Berichterstattung beschwert. Das niedersächsische Kultusministerium widerspricht jetzt zentralen AfD-Aussagen.

Eine Referentin hatte auf der von 35 Zuhörern besuchten Veranstaltung dargestellt, dass Gender Mainstreaming aus ihrer Sicht von linken Ideologien gesteuert das Zerschlagen von Ehe und Familie als Ziel habe, während im Allgemeinen damit die Gleichstellung von Frau und Mann gemeint ist.

Grund für die aktuelle Diskussion in Niedersachsen ist ein Mitte Dezember mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP verabschiedeter Entschließungsantrag. In diesem geht es um eine Verhaltensänderung gegenüber Menschen mit einer anderen sexuellen Identität als der eigenen. Dabei soll die Diskriminierung „gleichgeschlechtlich orientierter, transidentischer oder intersexueller Menschen“ thematisiert und die betroffene Personengruppe explizit benannt werden. Die CDU lehnte den Antrag wie der Verband der Elternräte an den Gymnasien ab, weil er aus ihrer Sicht das Elternrecht in Fragen der Aufklärung einschränken würde. Für die AfD ist dieser Ansatz eine Frühsexualisierung von Kindern, die dadurch ihre Orientierung verlieren könnten, so die AfD-Referentin in Neukloster.

In einem wesentlichen Bestandteil des Vortrags ging es dabei um die Frage, wie die sexuelle Orientierung der Kinder beeinflusst werden soll. Die von der Referentin genannten Aufgabenstellungen enthielten konkrete sexuelle Praktiken und sind in einigen wissenschaftlichen Publikationen nachzulesen. Sie sind allerdings auch bei Fachleuten sehr umstritten.

Hier unterschlage das TAGEBLATT, dass ausführlich über nachprüfbare Forderungen berichtet worden sei, Kinder schon im vorschulischen Alter mit sexuellen Themen zu konfrontieren, die nach allgemeiner Auffassung nicht altersgerecht seien, so die AfD in ihrer Stellungnahme. „Dies war es, was im Publikum für Entsetzen gesorgt hat.“

Es geht bei den von den Kritikern genannten Beispielen im Wesentlichen um das Buch „Sexualpädagogik der Vielfalt: Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit“. Autorin ist unter anderem die Kassler Professorin Elisabeth Tuider, die auch bei der AfD-Veranstaltung in Neukloster im Zentrum der Kritik stand. Zu den von ihr und ihren Kollegen vorgeschlagenen Anwendungsbeispielen gehört zum Beispiel „der Puff für alle“.

Auf TAGEBLATT-Nachfrage erklärte das niedersächsische Kultusministerium dazu: „Bei diesem Buch – auf das immer wieder verwiesen wird, um dem Entschließungsantrag zur sexuellen Vielfalt fälschlicherweise die Öffnung des Unterrichts für sexuelle Praktiken zu unterstellen – handelt es sich nicht um ein Schulbuch für den Einsatz im Unterricht. Es gilt als Fachliteratur für diejenigen, deren Spezialgebiet die Sexualpädagogik ist, beziehungsweise für Interessierte. Es steht jedoch auf keiner Empfehlungsliste des niedersächsischen Kultusministeriums“, so eine Ministeriumssprecherin.

Die von der AfD-Referentin genannten Altersangaben sind für das Bundesland Niedersachsen laut Ministerium nicht haltbar. Die Referentin in Neukloster sprach schon von Kindern im Vorschulalter, die schon Sexualunterricht hätten. Laut Kultus-Ministerium ist das so nicht der Fall, bis zur Klassenstufe sechs und nicht erheblich früher sollen „Schüler Grundaspekte der sexuellen Fortpflanzung, Schwangerschaft und Empfängnisverhütung beim Menschen“ beschreiben können. Die erworbenen Kompetenzen nach Schuljahrgang acht laut Behörde: „Schüler können Formen der sexuellen Orientierung beschreiben… Aspekte selbstbestimmter Sexualität beschreiben und entwickeln“ sowie „Toleranz gegenüber verschiedenen Arten sexueller Orientierung“. Die konkrete Umsetzung des Antrags liege weiterhin in der pädagogischen Verantwortung der Lehrkräfte.

 


Leserbriefe und Kommentare einiger Teilnehmer der Veranstaltung:

2015-02-17 Leserbrief von UD

2015-02-19 Kommentar KS


Online-Kommentare zum Bericht:

2015-02-20 Kommentar RK

 

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